{"id":511,"date":"2020-10-14T13:01:16","date_gmt":"2020-10-14T13:01:16","guid":{"rendered":"http:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/?page_id=511"},"modified":"2021-12-12T16:10:36","modified_gmt":"2021-12-12T16:10:36","slug":"newsletter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/newsletter\/","title":{"rendered":"Newsletter"},"content":{"rendered":"<h4><a href=\"#Newsletter 01\/2020\">Newsletter 01\/2020<\/a><\/h4>\n<h4><a href=\"#Newsletter 02\/2020\">Newsletter 02\/2020<\/a><\/h4>\n<h4><a href=\"#Newsletter 01\/2021\">Newsletter 01\/2021<\/a><\/h4>\n<h4><a href=\"#Newsletter 02\/2021\">Newsletter 02\/2021<\/a><\/h4>\n<h4><a href=\"#Newsletter 03\/2021\">Newsletter 03\/2021<\/a><\/h4>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4 id=\"Newsletter 01\/2020\">Newsletter 01\/2020<\/h4>\n<h5><a href=\"http:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2021\/12\/QUALITY_Newsletter_01_2020.pdf\">QUALITY_Newsletter_01_2020.pdf<\/a><\/h5>\n<p>Einzelbeitr\u00e4ge:<\/p>\n<p><strong>Vergleichende Berechnung: Verkehrswende (nur) durch Technischen Fortschritt?<\/strong><\/p>\n<p>Ein h\u00e4ufig angef\u00fchrtes Argument zur Emissionsvermeidung im Personentransportsektor ist der technologische Fortschritt. Neben der Emissionsreduktion durch Effizienzsteigerung bei Verbrennungsmotoren sind die derzeit aufstrebenden E-Autos einer der gr\u00f6\u00dften Hoffnungstr\u00e4ger. Ein gewisser technologischer Fortschritt sowie eine Marktdurchdringung von E-Mobilit\u00e4t sind beobachtbar und es ist sehr wahrscheinlich, dass sich dieser Trend auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Jedoch wird laut eigenen Berechnungen im QUALITY-Projekt die dadurch zu erreichende Emissionsminderung alleine nicht gen\u00fcgen, um das von der Bundesregierung gesteckte Ziel der Klimaneutralit\u00e4t bis 2040 zu erreichen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Emissionsszenarien unterschiedlicher Trendfortschreibungen sind in Abbildung 1 und Abbildung 2 dargestellt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-379 alignleft\" src=\"http:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2020\/08\/Abb1-300x149.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"149\" srcset=\"https:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2020\/08\/Abb1-300x149.png 300w, https:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2020\/08\/Abb1-768x381.png 768w, https:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2020\/08\/Abb1-1024x508.png 1024w, https:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2020\/08\/Abb1.png 1278w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Abb 1: Durchdringung von Fahrzeugen mit Elektromotoren bei derzeitiger Durchdringungsrate. (\u00a9J\u00e4ger)<\/p>\n<p>Setzt sich die Entwicklung an zugelassenen Elektrofahrzeugen so fort wie bisher in \u00d6sterreich beobachtet, gelingt es bis zum Jahr 2040 nicht einen nennenswerten Anteil an der Gesamtflotte zu erreichen.<\/p>\n<p>Selbst bei einer in Abb 2 dargestellten au\u00dferordentlich hohen 4-fachen Zunahme ist bis 2040 weniger als die H\u00e4lfte der \u00f6sterreichischen PKWs elektrifiziert und auch bis 2050 g\u00e4be es keine vollkommene Durchdringung.<br \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-380 alignright\" src=\"http:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2020\/08\/Abb2-300x153.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"153\" srcset=\"https:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2020\/08\/Abb2-300x153.png 300w, https:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2020\/08\/Abb2-768x393.png 768w, https:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2020\/08\/Abb2-1024x524.png 1024w, https:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2020\/08\/Abb2.png 1138w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Abb 2: Durchdringung von Fahrzeugen mit Elektromotoren bei Vervierfachung der Durchdringungsrate (\u00a9J\u00e4ger)<\/p>\n<p>Neben der Elektrifizierung in dieser Darstellung erschweren nicht beachtete Faktoren wie der Energiemix, welcher f\u00fcr eine emissionsfreie E-Mobilit\u00e4t einen entsprechend hohen Bedarf an erneuerbaren Energietr\u00e4gern mit sich bringt, eine rein technologiebasierte Entwicklung. Diese explorativen Szenarien weisen auf die Bedeutung eines breiteren Ansatzes zur Mobilit\u00e4tsentwicklung in \u00d6sterreich hin. (SP)<\/p>\n<p><a href=\"#Newsletter 01\/2020\">Nach oben<\/a><\/p>\n<h4 id=\"Newsletter 02\/2020\">Newsletter 02\/2020<\/h4>\n<h5><a href=\"http:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2021\/12\/QUALITY_Newsletter_02_2020.pdf\">QUALITY_Newsletter_02_2020.pdf<\/a><\/h5>\n<p>Einzelbeitr\u00e4ge:<\/p>\n<p><strong>Verkehrspolitische Ma\u00dfnahmenb\u00fcndel zwischen Disruption und Umsetzbarkeit<\/strong><\/p>\n<p>Um das \u00f6sterreichische Ziel der CO2-bzw. Klima-Neutralit\u00e4t bis 2040 zu erreichen, braucht es im Verkehrsbereich ein umfassendes und gut abgestimmtes B\u00fcndel an Ma\u00dfnahmen. Warum ist eine solche Kombination mehrerer Ma\u00dfnahmen entscheidend? Einzelma\u00dfnahmen und unkoordinierte Ans\u00e4tze reichen nicht aus, da Emissionsreduktion einerseits nur eine von mehreren Herausforderungen im Verkehrsbereich (wie zum Beispiel Luftverschmutzung, Gesundheit, Versiegelung, L\u00e4rm, etc.) darstellt, die es gleichzeitig zu adressieren gilt, andererseits eine Vielfalt an Folgewirkungen zeitigen [1].<\/p>\n<p>Eine M\u00f6glichkeit, verschiedene Ma\u00dfnahmen in Richtung eines nachhaltigen Transportsystems zu strukturieren ist demsogenannten A-S-I-Konzept zu folgen, gem\u00e4\u00df dem Ma\u00dfnahmen zur Transportvermeidung (AVOID), Transportverlagerung (SHIFT) und Transportverbesserung (IMPROVE)enthalten sind [2]. Derzeitige Ma\u00dfnahmen zielen oft auf eine Verkehrsverbesserung ab, beispielsweise durch Effizienzsteigerungen, doch eine umfassende Betrachtungsweise und Integration aller drei Dimensionen ist notwendig. Im Rahmen unseres Stakeholder-Workshops mit TeilnehmerInnen unter anderem aus Politik, Verwaltung, Verkehrs-unternehmen, Konsumentenvertretung und Forschung haben wir im J\u00e4nner 2020 an solchen Paketen und ihren essenziellen Bausteinen gearbeitet. Basierend auf diesen Ergebnissen, zus\u00e4tzlichen ExpertInnen-interviews und einer umfassenden Literaturrecherche vertiefte das QUALITY Projetteam die Konzeption eines solchen Ma\u00dfnahmenpakets weiter.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich wird es eine Reihe an sogenannten \u201edisruptiven\u201c, also besonders effektiven und schnell wirkenden Ma\u00dfnahmen brauchen [3]. Diese finden sich oft in der Gruppe der Push-Ma\u00dfnahmen und besitzen daher oft restriktiven oder Verbots-Charakter. Konkret w\u00e4ren das zum Beispiel eine Erh\u00f6hung der Mineral\u00f6lsteuer, Fahrverbote in Innenst\u00e4dten oder ein Neuzulassungsstopp f\u00fcr Verbrennungsmotoren. Gleichzeitig sto\u00dfen genau solche Ma\u00dfnahmen oft auf \u00f6ffentlichen Widerstand und schaffen es, obwohl theoretisch h\u00f6chst effektiv, nicht in die Umsetzung [4]. Daher braucht es als Ausgleich einen Fokus auf Ma\u00dfnahmen mit Pull-Charakter zur Erh\u00f6hung der \u00f6ffentlichen Akzeptanz. Beispiele daf\u00fcr w\u00e4ren bewusstseinsbildende Ma\u00dfnahmen, Anreize f\u00fcr aktive und \u00f6ffentliche Mobilit\u00e4t, F\u00f6rderungen oder Verbesserung der Rahmenbedingungen f\u00fcr Homeoffice-Konzepte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-548\" src=\"http:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2020\/10\/Newsletter-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1748\" height=\"883\" srcset=\"https:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2020\/10\/Newsletter-1.jpg 1748w, https:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2020\/10\/Newsletter-1-300x152.jpg 300w, https:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2020\/10\/Newsletter-1-1024x517.jpg 1024w, https:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2020\/10\/Newsletter-1-768x388.jpg 768w, https:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2020\/10\/Newsletter-1-1536x776.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1748px) 100vw, 1748px\" \/><\/p>\n<p>Abb. 1: Grafische Darstellung eines effektiven verkehrspolitischen Ma\u00dfnahmenpaketes (\u00a9Thaller et al.)<\/p>\n<p>Diese notwendige Balance ist in Abbildung 1 dargestellt: Beide Dimensionen sind von hoher Bedeutung und m\u00fcssen sich \u201edie Waage halten\u201c, sodass die Emissionsreduktionsziele erreicht werden k\u00f6nnen und gleichzeitig eine hohe Qualit\u00e4t an Mobilit\u00e4t f\u00fcr die VerbraucherInnen gew\u00e4hrleistet werden kann. Wesentliche Grundlage bilden in jedem Fall \u00dcberlegungen und \u00c4nderungen in der Infrastruktur und Raumplanung, die darauf aufbauende Ma\u00dfnahmenerm\u00f6glichen, wie ein attraktives \u00d6V-Netz mit guten Anbindungen[5]. (AT)<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Quellen:<br \/>[1] Jochem, P., Doll, C., &amp; Fichtner, W. (2016). External costs of electric vehicles. Transportation Research Part D: Transport and Environment, 42, 60\u201376. https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.trd.2015.09.022<br \/>[2] Dalkmann, H. &amp; Brannigan, C. (2007). Transport and Climate Change. Module 5e. Sustainable Transport: A Sourcebook for Policy Makers in Developing Cities. https:\/\/doi.org\/10.13140\/2.1.4286.8009<br \/>[3] Givoni, M. (2014). Addressing transport policy challenges through\u00a0 Policy Packaging. Transportation Research Part A: Policy and Practice, 60, 1\u20138. https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.tra.2013.10.012<br \/>[4] Cohen, S. A., Higham, J., G\u00f6ssling, S., Peeters, P., &amp; Eijgelaar, E. (2016). Finding effective pathways to sustainable mobility: bridging the science\u2013policy gap. Journal of Sustainable Tourism, 24(3), 317\u2013334. https:\/\/doi.org\/10.1080\/09669582.2015.1136637<br \/>[5] Kent, J., Dowling, R., &amp; Maalsen, S. (2017). Catalysts for transport transitions: Bridging the gap between disruptions and change. Journal of Transport Geography, 60, 200\u2013207. https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.jtrangeo.2017.03.013<\/p>\n<p><!--more--><br \/><strong>Verkehrswende durch Ordnungsrecht &#8211; M\u00f6glichkeiten und Schranken<\/strong><\/p>\n<p>Grundrechts- und Binnenmarktkonformit\u00e4t stellen den Dreh- und Angelpunkt der juristischen Analyse des in QUALITY entwickelten Ma\u00dfnahmenpakets dar. Ihre rechtliche Machbarkeit ist daher stark von europa- und verfassungsrechtlichen Vorgaben gepr\u00e4gt, m\u00fcssen sie doch jedenfalls im Einklang mit den vier Grundfreiheiten sowie dem Grundrechtekatalog der Europ\u00e4ischen Union stehen.<br \/>Eingriffe in diese EU-Eckpfeiler sind nur unter strengen Voraussetzungen zul\u00e4ssig. So gilt es, stets im Rahmen des sogenannten Prinzips der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit zu handeln, und die in QUALITY erarbeiteten Policies einer entsprechenden Pr\u00fcfung zu unterziehen.<br \/>Bei ordnungsrechtlichen Ma\u00dfnahmen, d.h. Verkehrs-beschr\u00e4nkungen, wie etwa Fahrverboten oder Zulassungsbeschr\u00e4nkungen, greift dieser Grundsatz umso st\u00e4rker, je mehr in die pers\u00f6nliche Freiheit eingegriffen wird. Nicht zuletzt zielt das Ordnungsrecht darauf ab, mittels verbindlicher Vorgaben direkte Verhaltens\u00e4nderungen \u2013 hier einen Umstieg auf umweltvertr\u00e4glichere Formen der Mobilit\u00e4t \u2013 zu bewirken.<br \/>Fahrverbote sind der \u00f6sterreichischen Rechtsordnung nicht fremd, betreffen bisher allerdings nur LKWs und sind dem Spektrum des Luftreinhalterechts zuzuordnen. Verbote aus Gr\u00fcnden des Klimaschutzes existieren bislang hingegen nicht. Aus unserer Sicht sind jedenfalls gro\u00dfr\u00e4umige Fahrverbote juristisch schwieriger umzusetzen, da sie Eingriffe in die Warenverkehrsfreiheit mit sich bringen k\u00f6nnen, [1] die im Einklang mit der EuGH-Rechtsprechung [2] dem Kriterium der Erforderlichkeit standhalten und insgesamt verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sein m\u00fcssen. Auch Zulassungsbeschr\u00e4nkungen, bspw. ein Verbot der Neuzulassung von Kfz mit konventionellen Verbrennungsmotoren, erweisen sich als rechtlich diffizil \u2013 abermals ist die Warenverkehrsfreiheit betroffen. Der Bereich der Typgenehmigung wiederum ist durch Sekund\u00e4rrecht vollst\u00e4ndig harmonisiert, [3] allerdings besteht unter strengen Voraussetzungen die M\u00f6glichkeit eines nationalen Alleingangs. Andere ordnungsrechtliche Ma\u00dfnahmen wie bspw. ein R\u00fcckbau von Parkraum m\u00fcssen zwar auch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sein, stellen sich im Vergleich zu Fahrverboten aber als leichter umsetzbar dar.<br \/>Bei diesen und allen anderen Ma\u00dfnahmen ist au\u00dferdem das verfassungs-rechtliche Prinzip des Vertrauensschutzes [4] zu beachten: So d\u00fcrfen Verbote und Beschr\u00e4nkungen auch dann, wenn sie sonst alle rechtlichen Voraussetzungen erf\u00fcllen, nur schrittweise \u2013 und nicht etwa \u201evon heute auf morgen\u201c \u2013 eingef\u00fchrt werden, um verfassungskonform zu sein. Eine empfindliche Erh\u00f6hung von Parkgeb\u00fchren etwa bedingt jedenfalls eine \u00dcbergangsfrist oder sogar eine Ausnahme f\u00fcr sozial Schwache, um deren \u201elegitime Erwartungen\u201c nicht zu frustrieren.<br \/>Zusammenfassend l\u00e4sst sich festhalten, dass ordnungsrechtliche Ma\u00dfnahmen den Vorteil hoher Effektivit\u00e4t haben. Ein gut durchdachtes \u201ePolicy Paket\u201c, das neben derartigen auch weniger \u201eradikale\u201c Ma\u00dfnahmen, etwa zur indirekten Verhaltenssteuerung (z.B. CO2-Bepreisung), vorsieht, erscheint allerdings vielversprechender. W\u00fcrde doch ein derartiges Gesamtpaket wohl auch die soziale Akzeptanz \u201eh\u00e4rterer\u201c Eingriffe erh\u00f6hen. (ESS &amp; CR)<\/p>\n<p>Quellen:<br \/>[1] zB Epiney, A., Heuck, J, Schleiss, Y. (2020).Verkehrsrecht, in: Dauses, M. &amp; Ludwigs, M., Handbuch des EU-Wirtschaftsrechts L Rz 172 ff.<br \/>[2] EuGH 21.12.2011, C-28\/09, Sektorales Fahrverbot II, ECLI:EU:C:2011:854 Rz 140.<br \/>[3] VO (EG) 715\/2007; RL 2007\/46\/EG.<br \/>[4] Hiesel, M. (2017). Verkehrsrecht und Vertrauensschutz,ZVR 2017, 397.<\/p>\n<p><a href=\"#Newsletter 01\/2020\">Nach oben<\/a><\/p>\n<h4 id=\"Newsletter 01\/2021\">Newsletter 01\/2021<\/h4>\n<h5><a href=\"http:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2021\/12\/QUALITY_Newsletter_01_2021.pdf\">QUALITY_Newsletter_01_2021.pdf<\/a><\/h5>\n<p>Einzelbeitr\u00e4ge:<\/p>\n<p><strong>Rechtliche Umsetzbarkeit ausgesuchter Ma\u00dfnahmen<br \/><\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr eine klimaneutrale Transformation in \u00d6sterreich bis 2040 braucht es im Verkehrsbereich ein umfassendes und gut abgestimmtes B\u00fcndel an Ma\u00dfnahmen. Neben der technologischen, \u00f6konomischen und sozialen Umsetzbarkeit m\u00fcssen die rechtlichen Voraussetzungen f\u00fcr die jeweiligen Ma\u00dfnahmen eines solchen Ma\u00dfnahmen-B\u00fcndels gegeben sein. Im Folgenden werden zwei Beispielbereiche hingehend rechtlicher Umsetzbarkeit von Ma\u00dfnahmen f\u00fcr eine klimaneutrale Verkehrswende diskutiert.<\/p>\n<p><strong>Beispiel 1: Parkraumbewirtschaftung<\/strong><\/p>\n<p>Ein Autofahrer ben\u00f6tigt etwa f\u00fcnfmal so viel Platz wie ein Radfahrer und ungef\u00e4hr zehnmal so viel wie jemand, der ein \u00f6ffentliches Verkehrsmittel benutzt \u2013 und zwar bereits ohne seinen Parkplatz.<sup>[1]<\/sup> Dass am Weg zur Mobilit\u00e4tswende jedoch unbedingt auch beim Thema Parken anzusetzen ist, kommt wenig \u00fcberraschend. Schaffen doch mehr Parkm\u00f6glichkeiten auch automatisch einen Anreiz zur Fortbewegung mittels PKW. Mit einem zielgerichteten Parkraummanagement, insb. der Reduktion von Parkpl\u00e4tzen und der Erh\u00f6hung von Parkgeb\u00fchren, kann dem gegengesteuert werden.<\/p>\n<ul>\n<li>In Bezug auf Parkpl\u00e4tze ist rechtlich gesehen danach zu differenzieren, ob es sich um \u00f6ffentliche oder private Pl\u00e4tze handelt. So erkl\u00e4rt die StVO das Parken auf \u00f6ffentlichem (Stra\u00dfen-)Raum ausdr\u00fccklich f\u00fcr zul\u00e4ssig, erm\u00f6glicht aber den Gemeinden dies unter bestimmten Umst\u00e4nden per Verordnung zu untersagen. Auch die Reduktion ausgewiesener Kurzparkzonen hat durch Verordnung der Gemeinde zu erfolgen. Derartige Verkehrsbeschr\u00e4nkungen setzen stets eine Interessenabw\u00e4gung voraus, die zugunsten der Beschr\u00e4nkung ausschlagen muss.<sup>[2]<\/sup> Speziell aus Gr\u00fcnden des Klimaschutzes w\u00e4ren Verkehrsbeschr\u00e4nkungen jedoch ein Novum und bed\u00fcrften einer Gesetzes\u00e4nderung, zumindest aber ausdr\u00fccklicher Anerkennung durch die H\u00f6chstgerichte.<sup>[3] <\/sup>Was private Parkpl\u00e4tze betrifft, gilt es an den \u201eStellplatzregelungen\u201c anzusetzen. Diese sind \u00fcberwiegend Teil des Bau- und Raumplanungsrechts der Bundesl\u00e4nder und erm\u00e4chtigen Gemeinden dazu, im Rahmen ihrer Autonomie Stellplatzverordnungen zu erlassen und Bauberechtigte etwa dazu zu verpflichten, f\u00fcr jede Wohnpartei einen Stellplatz zu schaffen oder eine Ausgleichsabgabe zu leisten. In einigen Bundesl\u00e4ndern (z.B. in der Steiermark) ist es aber bereits m\u00f6glich, von dieser Verpflichtung abzugehen und je nach \u00f6rtlichen Verh\u00e4ltnissen eine niedrigere Anzahl an Stellpl\u00e4tzen festzulegen.<sup>[4] <\/sup><span style=\"font-size: inherit\">Zielf\u00fchrend kann auch eine Abschaffung der Ausgleichsabgaben sein, da sich dadurch der Bau \u201eautofreier\u201c Siedlungen vergleichsweise kostengu\u0308nstiger gestalten w\u00fcrde.<\/span><sup>[5]<\/sup><\/li>\n<li>Auch die Erh\u00f6hung von Geb\u00fchren in Kurzparkzonen senkt die Attraktivit\u00e4t des Autofahrens und k\u00f6nnte damit ebenso Einfluss auf das Parkaufkommen haben. Die Parkgeb\u00fchren finden ihre Grundlage wiederum in eigenen Landesgesetzen und sind in eigenen Gemeindeverordnungen n\u00e4her auszugestalten;<sup>[6]<\/sup> denkbar und rechtlich ohne weiteres m\u00f6glich w\u00e4ren sowohl eine h\u00f6here Mindestgeb\u00fchr als auch z.B. eine empfindliche Steigerung bei l\u00e4ngerer Parkdauer.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Beispiel 2: Bewusstseinsbildung<\/strong><\/p>\n<p>Ein wichtiger Baustein der Mobilit\u00e4tswende ist auch die breite Bewusstseinsbildung f\u00fcr eine nachhaltige Verkehrsgestaltung. Ist doch davon auszugehen, dass viele Teile der Bev\u00f6lkerung nicht ausreichend dar\u00fcber informiert sind, in welchem Ausma\u00df der motorisierte Individualverkehr zum Klimawandel beitr\u00e4gt, und welche alternativen L\u00f6sungen es gibt. Neben der blo\u00dfen Bereitstellung von Informationen vonseiten der Beh\u00f6rden, etwa auf Basis des Umweltinformationsgesetzes, w\u00e4ren z.B. auch Werbekampagnen in verschiedenen (sozialen) Medien oder sonstige Informationsma\u00dfnahmen denkbar. So k\u00f6nnte an verst\u00e4rkte Beratung bei Baut\u00e4tigkeiten gedacht werden \u2013 gerade etwa bei der Errichtung von Wohngeb\u00e4uden hinsichtlich Stellpl\u00e4tzen. Auch bei dieser staatlichen \u00d6ffentlichkeitsarbeit gilt es freilich stets, das verfassungsrechtliche Sachlichkeitsgebot zu beachten.<sup>[7] <\/sup>(ESS&amp;CR)<\/p>\n<p>Quellen:<br \/>[1] Riedel, R. (2014), Grunds\u00e4tze der Stadtplanung im &#8220;Ruhenden Verkehr&#8221;: Modelle der Parkraumorganisation und -bewirtschaftung, Sonderheft Verkehrsrechtstag 2014, 453-461.<br \/>[2] Krysl, V. (2016), Verordnungen im Stra\u00dfenverkehr \u2013 Verordnungserlassung nach \u00a7 43 StVO in der Rsp des VfGH, Zeitschrift f\u00fcr Verkehrsrecht, 184-191.<br \/>[3] Geringer, D., Romirer, C. (2021), Fahrverbote und Umweltzonen aus Klimaschutzgr\u00fcnden: gangbarer Weg oder rechtliche Sackgasse?, Zeitschrift f\u00fcr Verkehrsrecht (noch nicht erschienen).<br \/>[4] Madner, V., Grob, L.-M. (2019), Potenziale der Raumplanung f\u00fcr eine klimafreundliche Mobilit\u00e4t, juridikum, 521-532. https:\/\/doi.org\/10.33196\/juridikum201904052101<br \/>[5] Kerschner, F. (2016), Stellplatzverordnungen, in Reinhold\/Kerschner\/Wagner, Rechtsrahmen f\u00fcr eine Energiewende \u00d6sterreichs (REW\u00d6), 313-317.<br \/>[6] M\u00fchlberger, P. (2018), Das kommunale Abgabenverordnungsrecht, Rechts- und Finanzierungspraxis der Gemeinden, 134.<br \/>[7] Binder\/Griebler (2001), Verkehrsvermeidung, in Kerschner, F. (Hrsg), \u00d6sterreichisches und europ\u00e4isches Verkehrsrecht. Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit, 97-180.<\/p>\n<p><a href=\"#Newsletter 01\/2020\">Nach oben<\/a><\/p>\n<h4 id=\"Newsletter 02\/2021\">Newsletter 02\/2021<\/h4>\n<h5><a href=\"http:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2021\/12\/QUALITY_Newsletter_02_2021.pdf\">QUALITY_Newsletter_02_2021.pdf<\/a><\/h5>\n<p>Einzelbeitr\u00e4ge:<\/p>\n<p><strong>\u00d6ffentliche Akzeptanz ausgew\u00e4hlter Ma\u00dfnahmen<\/strong><\/p>\n<p>\u00d6ffentliche Akzeptanz ist ein wichtiger Einflussfaktor f\u00fcr die Umsetzbarkeit von Ma\u00dfnahmen im Personenverkehr. In einer repr\u00e4sentativen Online-Umfrage (N = 1032) haben wir daher die Akzeptanz ausgew\u00e4hlter disruptiver Ma\u00dfnahmen in der \u00f6sterreichischen Bev\u00f6lkerung zur Erreichung der Klimaziele untersucht.<br \/>Zum einen weist ein experimenteller Gruppenvergleich darauf hin, dass ein umfassendes Ma\u00dfnahmenpaket &#8211; bestehend aus Anreizen und restriktiven Ma\u00dfnahmen &#8211; zu einer erh\u00f6hten Akzeptanz der Restriktionen f\u00fchrt. Zum anderen zeigen sich wesentliche Unterschiede zwischen verschiedenen Arten von Restriktionen: Regulative Ma\u00dfnahmen, wie ein Zulassungs- oder Nutzungsverbot f\u00fcr Verbrennungsmotoren und hybride Fahrzeuge, wurden besser bewertet als \u00f6konomische Ma\u00dfnahmen, wie beispielsweise erh\u00f6hte Benzin- oder Parkpreise.<br \/>Interessanterweise bevorzugten die TeilnehmerInnen der Studie die Einf\u00fchrung solcher Antriebsverbote sogar im Vergleich zur Umsetzung keinerlei Ma\u00dfnahmen. Anreize f\u00fcr verschiedene Transportmittel wurden generell positiv bewertet, sofern AutofahrerInnen durch diese nicht benachteiligt werden. Die beliebtesten f\u00f6rdernden Ma\u00dfnahmen waren dabei die Taktung \u00f6ffentlicher Verkehrsmittel entsprechend der m\u00f6glichen NutzerInnenzahl und die Gew\u00e4hrleistung einer Mindestversorgung f\u00fcr l\u00e4ndliche Gebiete. Generell ist, wie auch aus der Literatur verf\u00fcgbar, [1] der h\u00f6chste Widerstand in der am st\u00e4rksten betroffenen Gruppe, jener der AutofahrerInnen, zu erwarten. Das genaue Design verschiedener Restriktionen und Anreize sollte daher vor allem auf diese Gruppe Bezug nehmen, bspw. durch die Integration von Kompensationsmechanismen.<\/p>\n<p><strong>Urbanes Verkehrsmodell TRANCITON der Universit\u00e4t Graz<\/strong><\/p>\n<p>Am Institut f\u00fcr Systemwissenschaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung der Universit\u00e4t Graz wurde ein Verkehrsmodell zur Simulation des Motorisierten Individualverkehrs (MIV) im urbanen Raum entworfen.[2]<br \/>Dieses Modell hebt sich vor allem durch eine sehr schnelle Exekution und geringe Datenanforderungen ab. Andere Verkehrsmodelle ben\u00f6tigen h\u00e4ufig detaillierte Daten f\u00fcr ihr jeweiliges Einsatzgebiet (z.B. Konkrete Quell-Ziel-Matrizen f\u00fcr ein Stadtgebiet). Stattdessen wird auf die Verkehrserhebung &#8220;\u00d6sterreich Unterwegs2013\/14&#8243;[3] zur\u00fcckgegriffen. Die Kartendaten werden von www.openstreetmap.org bezogen. Weiters konnte die Berechnungszeit circa auf ein Drei\u00dfigstel vergleichbarer Modelle reduziert werden.<br \/>Die Detailebene ist dabei bewusst zwischen mikroskopischer und makroskopischer angesiedelt. Dieser sogenannte &#8220;mesoskopische&#8221; Detailgrad kann eine Stadt in ihren Stra\u00dfenz\u00fcgen aufl\u00f6sen. Somit wird die Stau-Auslastung in diesen dargestellt. Hieraus lassen sich in Folge CO2- oder andere Schadstoffemissionen berechnen.<br \/>Mit der neuesten Revision des Modells soll es nun gelingen auf diesen St\u00e4rken aufzubauen. Mittels Optimierungen kann die Berechnungszeit weiter reduziert werden. Ziel ist es, ein interaktives Arbeiten f\u00fcr urbane Verkehrsplanung zu erm\u00f6glichen. Durch Erhalt der geringen Datenanforderungen soll das Modell gleichzeitig auch weiterhin f\u00fcr NutzerInnen leicht zug\u00e4nglich bleiben. In Zukunft sollten damit infrastrukturelle, legistische \u00c4nderungen sowie Verhaltens\u00e4nderungen in \u00f6sterreichischen St\u00e4dten effektiv analysiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>[1] Hubert, R. A. &amp; Wicki, M. (2021), What explains citizen support for transport policy? the roles of policy design, trust in government and proximity among Swiss citizens, Energy Research &amp; Social Science, Vol. 75, 1-10, https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.erss.2021.101973.<br \/>[2] Hofer C., J\u00e4ger G., F\u00fcllsack M. (2018), Generating Realistic Road Usage Information and Origin-Destination Data for Traffic Simulations: Augmenting Agent-Based Models with Network Techniques. In: Cherifi C., Cherifi H., Karsai M., Musolesi M. (Hrsg) Complex Networks &amp; Their Applications VI. COMPLEX NETWORKS 2017. Studies in Computational Intelligence, vol 689. Springer, Cham. https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-319-72150-7_99.<br \/>[3] BMVIT (2016), Ergebnisbericht zur \u00f6sterreichweiten Mobilit\u00e4tserhebung \u201e\u00d6sterreich unterwegs 2013\/2014\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#Newsletter 01\/2020\">Nach oben<\/a><\/p>\n<h4 id=\"Newsletter 03\/2021\">Newsletter 03\/2021<\/h4>\n<h5><a href=\"http:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2021\/12\/QUALITY_Newsletter_03_2021.pdf\">QUALITY_Newsletter_03_2021.pdf<\/a><\/h5>\n<p>Einzelbeitr\u00e4ge:<\/p>\n<p><strong>WIN-WIN-WIN im Personenverkehr: Weniger Kosten, weniger Emissionen, mehr Gesundheit!<\/strong><\/p>\n<p>Zur Erreichung von Klimaneutralit\u00e4t werden bereits vielversprechende Strategien diskutiert. Angefangen von sauberen Technologien wie E-Autos und E-Bussen, \u00fcber eine verst\u00e4rkte Verlagerung zur aktiven Mobilit\u00e4t (Fahrrad fahren, zu Fu\u00df gehen) hin zur Vermeidung von Wegen durch zum Beispiel Telearbeit. Doch was w\u00fcrde es unserer Gesellschaft kosten, diese Strategien umzusetzen?<\/p>\n<p>Um dies zu beantworten, zahlt sich ein Blick auf die gesamtgesellschaftlichen Kosten des Personenverkehrs aus. Diese umfassen neben den direkten Fahrzeugkosten verschiedener Transportmittel (fixe und variable Kosten) auch die externen Kosten, die durch Luftverschmutzung, Klimawandel, L\u00e4rm, Unf\u00e4lle, Stau, Zerst\u00f6rung von \u00d6kosystemen, well-to-tank-Emissionen und dem Barriere-Effekt auf die Bev\u00f6lkerung zur\u00fcckfallen,[1] als auch die Entlastung des Gesundheitssystems durch positive Gesundheitseffekte, die bei der Aus\u00fcbung von aktiver Mobilit\u00e4t entstehen. Au\u00dferdem Zeitkosten, also die monet\u00e4re Bewertung jener Zeit, die im Verkehr verbracht wird. [2]<\/p>\n<p>Um die gesamtgesellschaftlichen Kosten der Dekarbonisierung f\u00fcr \u00d6sterreich abzusch\u00e4tzen, k\u00f6nnen vier Szenarien verglichen werden: ein Business-as-usual- (BAU) Szenario, in dem 2040 der modal split jenem von heute entspricht. Ein Elektrifizierungs-Szenario, in dem zwar der gleiche modal split wie heute vorherrscht, aber die gesamte Verkehrsflotte elektrifiziert ist. Ein Verlagerungsszenario, in welchem zus\u00e4tzlich zur Elektrifizierung eine starke Verschiebung in Richtung aktiver Mobilit\u00e4t und \u00f6ffentlichem Verkehr stattfindet. Und ein Vermeidungsszenario, das zus\u00e4tzlich eine Reduktion der Wege vorsieht.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-657\" src=\"http:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2021\/12\/BAU.png\" alt=\"\" width=\"704\" height=\"587\" srcset=\"https:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2021\/12\/BAU.png 704w, https:\/\/wegcwp.uni-graz.at\/quality\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2021\/12\/BAU-300x250.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 704px) 100vw, 704px\" \/><\/p>\n<p>Abb. 1: Gesamtgesellschaftliche Kosten in \u20ac\/Kopf f\u00fcr vier Szenarien im Jahr 2040: Business-as-usual (BAU), Elektrifizierung (E), Elektrifizierung+Verlagerung (E+V), Elektrifizierung+Verlagerung+Vermeidung (E+V+V)<\/p>\n<p>Der Vergleich zeigt, dass die Kosten in allen Dekarbonisierungsszenarien geringer sind als im BAU-Szenario, wobei eine reine Elektrifizierung die geringste Einsparung der gesamtgesellschaftlichen Kosten mit sich bringt (siehe Abbildung 1). Deutlich st\u00e4rker ist die Einsparung bei Elektrifizierung und Verlagerung und am gr\u00f6\u00dften, wenn man elektrifiziert, verlagert und vermeidet. Die direkten Fahrzeugkosten verringern sich mit jeder zus\u00e4tzlich angewendeten Strategie, da die spezifischen Fahrzeugkosten von aktiver Mobilit\u00e4t und \u00f6ffentlichem Verkehr geringer sind als von Autos (E-Autos inkl. Lernrate). Die Entwicklung der externen Kosten zeigt eine deutliche Verringerung in den<\/p>\n<p>Szenarien <em>Elektrifizierung+Verlagerung <\/em>als auch E<em>lektrifizierung+Verlagerung+Vermeidung<\/em>. Der ausschlaggebende Grund daf\u00fcr sind die hohen positiven Effekte auf die Gesundheit durch aktive Mobilit\u00e4t, welche zu hohen Einsparungen im Gesundheitssystem f\u00fchren k\u00f6nnen. Die Zeitkosten hingegen sind am h\u00f6chsten im Szenario <em>Elektrifizierung+Verlagerung<\/em>, da aktive Mobilit\u00e4t und \u00f6ffentlicher Verkehr vergleichsweise mehr Zeitaufwand bedeuten. Umgelegt auf Minuten w\u00fcrde das bedeuten, dass man am Tag zehn Minuten l\u00e4nger im Verkehr verbringt als im BAU bzw. bei reiner Elektrifizierung.<\/p>\n<p>Zusammengefasst hei\u00dft das, wenn der Personenverkehr klimaneutral gestaltet wird mit allen Strategien, die uns heute schon zur Verf\u00fcgung stehen, k\u00f6nnen die gesamtgesellschaftlichen Kosten reduziert, Emissionen eingespart und positive Gesundheitseffekte erzielt werden: Win-Win-Win! (RM, SP, AP, KS)<\/p>\n<p>Quellen:<br \/><span style=\"font-size: inherit\">[1] Essen, H. van et al. (2019). Handbook on the External Costs of Transport. (Publications Office of the European Union).<br \/><\/span>[2] Schmid, B., et al. (2019). A pooled RP\/SP mode, route and destination choice model to investigate mode and user-type effects in the value of travel time savings. Transp. Res. Part A Policy Pract. 124, 262\u2013294.<\/p>\n<p><a href=\"#Newsletter 01\/2020\">Nach oben<\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Newsletter 01\/2020 Newsletter 02\/2020 Newsletter 01\/2021 Newsletter 02\/2021 Newsletter 03\/2021 \u00a0 Newsletter 01\/2020 QUALITY_Newsletter_01_2020.pdf Einzelbeitr\u00e4ge: Vergleichende Berechnung: Verkehrswende (nur) durch Technischen Fortschritt? Ein h\u00e4ufig angef\u00fchrtes Argument zur Emissionsvermeidung im Personentransportsektor ist der technologische Fortschritt. Neben der Emissionsreduktion durch Effizienzsteigerung bei Verbrennungsmotoren sind die derzeit aufstrebenden E-Autos einer der gr\u00f6\u00dften Hoffnungstr\u00e4ger. 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